Das erste Mal Heilfasten – ein humorvoller Erfahrungsbericht

Jetzt bin ich kurz vor meinem 42. Lebensjahr und Körper und Seele haben so einiges mitgemacht. Bis jetzt hab ich mich immer dagegen gesträubt, viele Ausreden gehabt und auch nicht den Arsch in der Hose gehabt. Jetzt im Frühjahr ist das Thema Fasten ja wieder up to date, schon allein um winterliche Lasten loszuwerden. Naja das Problem habe ich nur bedingt. Abnehmen will ich ja nicht, eher zunehmen. Gut, vorübergehend wird sich ein kleiner Verlust nicht vermeiden lassen. Aber alles andere ist im Argen, ich fühle mich rund um das Gedärm beschissen. Auch eine Ernährungsumstellung steht an. Ich habe ja die leise Hoffnung, dass, wenn mal alles renoviert ist, ich die Nahrung besser verwerten kann und leichter zunehmen.

Ein weiterer Aspekt ist der Spirituelle und mein Job in der schamanischen Branche. Intensives schamanisieren kostet mir Energie ohne Ende, die muss irgendwo wieder her kommen, da muss ein vernünftiger Plan her. Denn mit der bisherigen Art der Nahrungsaufnahme klappt das nicht so richtig. Da purzeln die Pfunde nur so, selbst mit Fresstag hinterher. Also muss ich wohl dafür sorgen, das der Körper die angebotene Nahrung auch ausreichend verwertet und annimmt.

Und überhaupt, eigentlich passt grad gar nix mehr so richtig was die körperliche Basis betrifft. Mein Körper hat die letzten Jahre echt gelitten, Schmerzmittel und davon ganz viel bei den Bandscheibenvorfällen, Viren, FSME und tatsächlich am allermeisten mit seelischen Stress. Es ist schier unglaublich wie seelischer Dauerstress den Körper schrottet, da kannst futtern und machen und tun was du willst, er nimmts einfach nicht. Du bist im Mangel inmitten der Fülle.

So habe ich beschlossen, alles mal auf Null zu setzen, Heilfasten, in diesem Fall das „Buchinger“, mal auszuprobieren. In den letzten Wochen wurde ich auch dauernd mit der Nase drauf gestoßen. Das ist Step 1 des Planes Basis aufbauen.

Natürlich habe ich bedenken. Ich esse gerne. Sehr gerne. Alles was bei drei nicht auf dem Baum ist. Während meiner Messebau-Zeit hatte ich den Ruf, ich würde nur einmal am Tag essen, nämlich den ganzen Tag…

Ich habe bedenken, agro und motzig zu werden weil ich nix zum futtern krieg, Kopfschmerzen, unerträglichen Hunger, und die Krise wenn Familie kocht. Und dann die Sache mit dem, über das man nicht so gerne spricht, der Einlauf. Ich hab keine Ahnung wie das geht und ob die Füllung letztlich auch da landet, wo sie hin soll, sprich im Enddarm. Ja und a bissla steigt dabei auch mir die Schamesröte ins Gesicht. Obwohl ich jetzt echt in den letzten Jahren saumäßig schamlos geworden bin.

Positiv erhoffe ich mir, meinen Körper noch besser kennen zu lernen, alten Dreck ein für alle mal los zu werden, eine noch tiefere Verbindung zu meinen energetischen Helfern, neue Energie, Reinigung des Körper-, Entgiftungs- und Energiesystems und generell neue Körpererfahrungen, was das Thema Sound betrifft. Und einen gelungenen Neubeginn am 12. März zu meinem 42. GEBURTS!tag.

Also gut, los gehts. Schließlich isses ja doof ne Fasten-unterstützende-Wanderung anzubieten und selbst keinen Plan davon zu haben, geschweige denn Selbsterfahrung. Das ist mein eigener Anspruch an Authentizität.

Vorbereitungen

Heute ist Vorfastentag. Nur Reis mit Gemüse. Also ich hab schon Kohldampf wenn ich ehrlich bin. Aber man sagt ja das geht vorbei sobald der Darm leer ist. Na das hoff ich doch. 6 Tage Dauerkohldampf überleb ich nicht…

Heut war ich erst noch nen Auftrag abarbeiten mit viel gekraxel, und dann shoppen. Was man da alles so braucht… 2 geschlagene Stunden bin ich unterwegs. Das ist ja schon mal wieder Stress. Was der eine Laden nicht hat, hat der andere. Also, Drogerie, Biomarkt… man gönnt sich ja sonst nix, Edeka, Kräuterladen. Boah ich bin fix und fertig, shoppen nervt und ich hab Huuunger! Mein Apfelsaft wurde schon von Sohn entführt, ist also weg. Mann mach sich essen…. Uuaäääääh… 🙁 das riecht gut.

Jede Menge Gemüse zum Brühe selber machen, Tees, Säfte, Bürsten zum Körper trocken bürsten, um die Durchblutung anzuregen. Material für Fußbäder. Thermoskanne, damit ich unterwegs genug Flüssigkeit dabei hab. Und das Gerät für die Einläufe… Da hab ich mir ein ganz tolles, angeblich saupraktisches Teil besorgt. Weil, auf irgendwelche Schlauchverrenkungen hab ich keine Lust. Verrenkungen belass ich beim Kamasutra.

Dem Körper wieder zuhören lernen – und profitieren

Hier kommt nun der 2. Teil zum Thema Fasten, Reinigung, Frühjahrskur. Meine persönlichen Erkenntnisse für meinen Körper.

Mit meinen knapp über 50 Kilo Körpergewicht und einem Mangel zeternden Körper hab ich mich trotz einiger Bedenken im Vorfeld an das Thema Heilfasten, Reinigen, Entschlacken gewagt. Nicht um abzunehmen, das versteht sich von selbst, nein, um nach einer gründlichen Reinigung wieder neu zu beginnen.

Ich begann die Reinigung nach dem Buchinger-Heilfasten-Schema ordnungsgemäß mit Glaubersalz, selbst gekochter Brühe, Säfte und jeder Menge Tees. Wie ergings mir dabei?

3 Tage fasten

Tag 1: Die Glaubersalz-Nummer ist weniger dramatisch als vorgestellt. Läuft alles nach Plan. Doch ab Mittag stellen sich schier unerträgliche Kopfschmerzen ein. Trotzdem geh ich brav wandern. Nun sollte man ja keine Tablette einschmeißen, wie man das sonst so gerne tut, sonst ist das Ganze hinfällig. Es heißt nun – aushalten. Oder sich an alte Hausmittel erinnern. Der Zwiebelumschlag im Nacken retten mich durch die Nacht.

Tag 2: Heute gehts mir besser. Hab auch keinen Hunger, noch nicht. Im Prinzip besteht so ein Fastentag aus trinken, laufen, ruhen, trinken, laufen, ruhen, trinken… Allerdings beginnt so ab Mittag mein Magen zu motzen. Hunger. Also, Hunger wegtrinken so gut es geht. Ansonsten bin ich relativ gechillt. Ruhe vor dem Sturm? Auffällig ist allerdings ein Stechender Schmerz in Bauch und Kopf nach dem Leberwickel. Der gesamte Leber und auch der Gallemeridian schmerzt. Naja immerhin weiß ich nun wo der langläuft.

Tag 3: Die Sache mit dem Einlauf verläuft wenig dramatisch. Ansonsten alles nach Plan. Aber heut bin ich agro. Und ich hab Hunger. Und da ist weiter die Sache mit den Oberbauchschmerzen. Und Hunger ohne Ende. Weiterquälen? Da nun auch mein Gewicht in den unteren Bereich geht, beschließe ich, auf meinen Körper zu hören, und es bei 3 Tagen Reinigung zu belassen, und am nächsten Tag wieder langsam feste Nahrung aufzunehmen.

Auf den Körper hören

Wie sich zeigt, war das für mich eine gute Entscheidung, da akute Probleme in der Galle eine Kontraindikation für das Heilfasten darstellen. Nach einem Wutanfall, der sich gewaschen hat, war klar, Leber und Galle brauchen weiter Hilfe. Hier ist alles geplatzt,  was sich die letzten Jahrzehnte an Ärger und Stress angesammelt hat.

Und so beginne ich nun seit einigen Tagen neu, mit meinem Körper zusammen zu arbeiten. Es gibt weiter Schonkost und unterstützendes Programm für Leber und Galle. Aber es tut gut. Täglich frische Wildkräuter sammeln, leichtes gutes Essen, schonende, liebevolle Zubereitung. Ja man kann wirklich von einem Neubeginn sprechen. Auch der Ernährungszustand bessert sich langsam, Haare gesünder, Haut rosiger. Man kann sagen, ich lerne gerade das Essen neu. Im Prinzip war genau das mein Plan. Ich halte ihn für durchaus gelungen. Ich konnte heute zum ersten Mal nackt vorm Spiegel stehen und sagen: Körper, du bist echt schön, danke dafür.

Mein Fazit: 

Heilfasten, Verzicht kann eine super Sache sein um zu lernen, besser auf seinen Körper zu hören, was er nun wirklich braucht. Es ist auch gut, um das Essen besser schätzen zu lernen. Grundvoraussetzung ist aber auch, das man wirklich auf die Stimme des Körpers hört um bei Problemen zu reagieren. Heilfasten ist nichts, was man mal nebenbei oder leichtfertig macht. Und bei dem geringsten Zweifel sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden und die Sache entsprechend begleitet werden. Denn manche ernst zu nehmenden Symptome können sich dadurch auch erst herauskristallisieren oder verschlimmern. Jeden, der das zum ersten Mal macht würde ich raten, sich gründlich zu informieren, und sich bei Bedarf Unterstützung zu holen. Und sich auf gar keinen Fall dazu hinreißen lassen, sich wider besseren Körperwissens durchzuquälen, egal was Andere oder Mitfaster sagen!

Also Jungs und Mädels – euer Körper ist euer Tempel, dieser gehört gehegt, gepflegt, gut genährt und geehrt! Das ist Arbeit an der Basis, eurer eigenen Basis und die Voraussetzung für alles Andere!