Das Verständnis unserer heimischen indigenen Vorfahren: Heilige Haine, Schöpfung und Verbundenheit

Franken ist das Land der Kelten. Erst nach und nach zogen die Germanen aus dem Norden Stück für Stück gen Süden und vermischten sich mit den Kelten. Was aber beiden von Anfang an gemeinsam war: Die Liebe zu den Wäldern.

Wenn wir von Franken und Kelten sprechen, sprechen wir auch von Druiden und heiligen Hainen, von Baumkult, von Waldgott – der Hirschgott Cernunnos und Waldgöttin. Aus den Wäldern kommen Wissen, Weisheit und Inspiration. Sie sind voller Fülle und Offenbarungen.1

Geschriebene Weisheit war für Druiden minderwertig. Wissen und Weisheit trug man als Erfahrung im Herzen. Es wäre ein Unding gewesen, diese Fülle an Weisheiten der Wälder auf Papier bannen und auf Buchstaben reduzieren.1

Nach Tacitus finden es die keltisch geprägten Südgermanen:

„… Unvereinbar mit der Erhabenheit des Himmlischen, die Götter in Wände einzuschließen und sie den Zügen des Menschenantlitzes irgendwie nachzubilden …“1

Nach keltischer Auffassung sind aus den Bäumen des heiligen Waldes die ersten Menschen erschaffen. Der Mann aus der Esche, bzw. Eberesche und die Frau aus der Erle bzw. Ulme1

Urwald, religiöser Wahn, Industrialisierung und neues Bewusstsein

Es ist erst ein paar tausend Jahre her, da war unser Kontinent noch geprägt von fast undurchdringlichem Urwald. Zuerst dominiert von der Eiche, später haben Fichte und vor allem die Buche unsere Heimat erobert. Noch vor etwa 1000 Jahren konnte ein Eichhörnchen von Norden bis Süden Europas von Baum zu Baum springen, ohne den Boden zu berühren.

Doch schon bald wurden die einst hochverehrten, hochheiligen Wälder nach und nach zum Ort der Angst und des Schreckens und der Niederlage.

Der Waldkult war den christlichen Missionaren ein Dorn im Auge. Der religöse Wahn vernichtete zahlreiche heilige Wälder und alte Weise Bäume.

Doch damit nicht genug. Mit der Industrialisierung begann die unverhältnismäßige Rodung und Plünderung unserer grünen Lungen bis sie fast völlig ausgerottet waren. Nicht unbedingt als Rohstoff, sondern in erster Linie zum heizen für die Industrie. Erst mit dem Verlust begann ein Umdenken. So rettete die Kohle, was viele nicht wissen, vorerst unsere Wälder. Denn Deutschland war am Beginn der Industrialisierung weitgehend Waldfrei!

Mittlerweile sehen wir überall die Entwicklung in die Wandlung zur einstigen Wertschätzung. Die Wissenschaft hat hier gute Dienste geleistet um den „zivilisierten“ geschäftigen Leuten wieder den Wert der Wälder und Bäume greifbar zu machen. Sicher, vieles ist auch reduziert worden auf chemisch funktionierende Objekte, aber auch das versetzt uns immer wieder in Erstaunen.

Immer öfter erinnern wir uns wieder daran, wie es war, als wir noch mit Pflanzen, Tieren, Steinen und Wassern sprechen konnten und beginnen, es wieder zu tun. Und sie antworten.

Der Baum als Symbol der Stärke, ein Archetyp des Urbildes des Menschen, Widerstandskraft und Harmonie.

Die grünen Pflanzen und die Wälder schenken uns den Atem des Lebens, ihre Weisheit und ihre Heilkraft.

Quellenangaben
1 Pflanzen der Kelten – Wolf-Dieter-Storl