Für manche Menschen ist Schamanismus ein ausgestorbenes Relikt aus vergangener Zeit, für andere ein ausgesprochen erstrebenswerter Weg, angetriggert durch eine sehr weit verbreitete „Indianerromantik“. Und ja, Schamanismus ist uralt, so alt wie die Menschheit selbst, doch ist das Wissen aktueller denn je. Grund für die zunehmende Rückbesinnung ist die Sehnsucht nach Verbundenheit, nach Ganzheit in unserem Herzen. Schamanismus ist eine gute Möglichkeit, zu dieser ursprünglichen Verbundenheit wieder zurück zu finden. Auch Europa ist mit den sogenannten Kelten und den Germanen eine ausgesprochen indigene Kultur. Aber sogar noch früher sind schamanische Praktiken durch Forschungen in Höhlen nachweisbar. So gilt die schwäbische Alp als „Wiege des Schamanismus“.

Gemeinsam und unabhängig von Kultur und Kontinent ist diesem Weg das Wissen, das alles beseelt ist. Alles was existiert, neben Menschen und Tieren auch Bäume, Pflanzen und Steine, ja auch die Elementarkräfte Feuer, Wasser, Erde und Luft. Sowie das Wissen darum, das alles miteinander verwoben und verbunden ist. Auch das Wissen um die geistigen Parallelwelten, in denen Ahnen, Geister, Götter, Engel und Naturwesen zu Hause sind, die dem Menschen mit Rat und Hilfe zur Seite stehen können, über die der Schamane seine Heilarbeit tätigt.

Inspiriert durch noch existierende indigene Kulturen, wächst auch bei uns das Interesse am Schamanismus sowie ein aktives Praktizieren dieses uralten und doch so aktuellen Wissens. Wir alle sind in der Lage, mit schamanischen Techniken zu arbeiten. Auch ein Teil der modernen Wildnispädagogik hat schamanische Wurzeln.

Der Schamane Selbst ist Herz und Hand der Geisterwelt. Sein Körper ein Vehikel der andersweltlichen Energien. Schamanische Sitzungen reichen von ruhig arbeitend bis überaus wild und ekstatisch.

Hier eine kleine Sammlung üblicher schamanischer Angebote:

Trommelreisen

Mit Hilfe des Trommelschlags kann man einen leichte bis tiefen Trancezustand hervorrufen. Das ist ein Zustand höchster Kreativität und wir können damit Kontakt mit unseren Krafttieren, Schutzgeistern, Ahnen aufnehmen. Bedingung ist eine klare Absicht, ohne die es keine klaren Antworten gibt. Wir alle sind dazu in der Lage.

Die Trommel ist eines der beliebtesten Reise-Medien neben Rasseln, Tanz und Gesang.

In Gruppen zu trommeln erleichtert den Zugang zur Trance aufgrund der sich unterstützenden Gruppenenergie. Es wird zu verschiedenen Themen und Anlässen getrommelt, oft auch gesungen und getanzt. Für Frieden, fürs Kollektiv, für die Erde.

Cordcutting

Oft führen zwischenmenschliche Beziehungen zu Verstrickungen und damit zu Problemen. Das können Themen mit einen Mitmenschen, familiäre Probleme sein mit noch lebenden Personen oder auch Verstrickungen mit der Ahnenlinie. Durch das cutten der Verstrickungen, Cordcutting genannt werden diese gelöst. Dabei löst man nur die negativen Verstrickungen, die positiven Verbindungen bleiben erhalten.

Seelenrückholung

Schamanen wie die moderne Psychologie sind sich darin einig, das sich bei schweren traumatischen Ereignissen, ein Teil der Persönlichkeit oder Seele abspaltet. In der Psychologie wird das Dissoziation genannt. Mit Hilfe schamanischer Techniken ist es möglich, diese „Seelenanteile“ wieder zurück zu holen, damit der Mensch wieder „ganz“ ist und so verschiedene Themen besser in Heilung gehen können. Die Arbeit mit Seelenanteilen ist ein sehr sensibler aber lohnenswerter Weg, der Einfühlungsvermögen und die aktive Mitarbeit des Patienten erfordert.

Seelenrückführung

Auch eine sehr klassische schamanische Arbeit. Hier werden verstorbene Seelen, die noch in der Zwischenwelt umher irren und zuweilen Probleme machen, an ihren ihnen zugedachten Platz gebracht. Zum Beispiel werden sie entweder ins Licht gebracht, zu den Anderswelt-Göttern oder in die Ahnenwelt, wo sie sich auf die Weiterreise machen können.

Schwitzhütte

Die Schwitzhütte ist eine wundervolle Reinigungszeremonie für das ganze System. Wir begeben uns dabei in den Bauch von Mutter Erde, in die die Feuersteine gebracht werden. Während der Schwitzrunden wird gebetet und gesungen, Trancereisen gemacht. Meist ist es hierzulande eine kleine Hütte aus Ästen und Decken. In der Mitte ein Loch, in dem die heißen Steine liegen. Es gibt aber auch andere Formen.

Diese Zeremonie geht über mehrere Stunden. Es ist gut, an dem Tag eine reinigende Diät zu machen mit leichtem vegetarischen Essen und ein paar Stunden zuvor gar nichts mehr zu essen. Gemeinschaftlich und rituell wird das Feuer entzündet und jeder Stein begrüßt, der dann im Feuer heiß wird, bevor er rot glühend in die Hütte wandert.

Schamanische Ausbildung

Eine Ausbildung in schamanischen Techniken und/oder schamanischer Heilarbeit ist sollte eine sehr bewusste Entscheidung sein und nicht leichtfertig getroffen werden. Sie führt Dich in die Tiefen Deiner Seele und auch zuweilen an Deine persönlichen Grenzen. Aber sie öffnet auch einen sehr klaren Blick auf die Dinge, wie sie eben sind und führt in ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Seite an Seine mit treuen Helfern aus der „Anderswelt“.

Schamanische Heilarbeit

Der Schamane und schamanische Heiler arbeitet eng mit seinen verbündeten Geistern zusammen, um der Ursache von Krankheiten und anderen Problemen auf die Spur zu kommen. Das gilt für Krankheiten von Menschen, Tieren und auch Plätzen. Dabei begiebt er sich mit Hilfe von Trommelrhythmus in Trance und geht auf Reisen in die „Anderswelt“, um dort Hilfe und Information zu erhalten. Dabei ist auch der Kunde gefordert, seinen Teil zu seiner persönlichen Entwicklung beizutragen und bekommt oft entsprechend Anweisungen, was er selbst tun kann, um sich nachhaltig besser zu fühlen.

Rituale und Zeremonien

Rituale und Zeremonien sind ein Herzstück der schamanischen Arbeit. Durch den zeremoniellen Charakter und eine klare Absicht werden die Energien potenziert. Das Ritual gibt einer Absicht einen guten Rahmen. Das Ritual und auch die Zeremonie haben einen Anfang, einen Höhepunkt und ein Ende. Das hat den Sinn das ein Zeitpunkt definiert ist indem die Dinge focussiert werden. Außerhalb dieses Rahmens ist auch der Schamane oder Praktizierende fest im normalen Alltag verwurzelt. Ein paar typische schamanische Zeremonien:

  • Naturrituale, Ortszeremonien
  • Jahreskreis-Feste
  • Schwitzhütten
  • Heilrituale
  • Orakel
  • Kulturspezifische traditionelle Heilrituale

Ahnenarbeit

Auch Ahnenarbeit ist ein eigener, wichtiger Bereich in der schamanischen Praxis. Und oft auch ein emotionales, sensibles Thema. Gerade hierzulande steckt sehr oft das Thema Krieg, Scham und Schuld in den Ahnenlinien und wird in den Generationen weiter gegeben. Fallen alte Dogmen weg, werden oft krampfhaft neue gesucht und daran festgehalten.

Es ist eine ganz besondere, große und gute Aufgabe, wenn du dich dafür entscheidest, diesen Kreis zu durchbrechen und im Hier und Jetzt Heilung in Deine Ahnenlinie zu bringen, die auch Heilung für dich Selbst die künftigen Generationen bedeutet. Wenn auf Grund großer Verbitterungen in der Familie keine Möglichkeit besteht, gefahrlos mit den Ahnen in Kontakt zu treten, gibt es auch gute Möglichkeiten, über die eigene Person und DNA mit der Arbeit zu beginnen. Eine Aufgabe, die viel Einfühlungsvermögen und Geduld benötigt, aber auch sehr Segensreich für das eigene Leben ist.