Othala – Heimat, Sippschaft, Erbe. Wie Sowilo ein Begriff mit Beigeschmack. Aber ein wichtiges Urprinzip mit Reibung und Potenzial. Im Kleinen wie im Großen. Schon seit Urzeiten müssen sich Lebewesen damit auseinandersetzen. Individuum und Gemeinschaft, Weiterentwicklung, Anpassung an neue Gegebenheiten, Krieg und Frieden, behalten oder loslassen, bleiben oder weiter ziehen, Vererbung von angepassten Fähigkeiten, die Leben möglich machen. Was habe ich in dieses Leben mit bekommen, was mache ich damit, was hinterlasse ich meinen Nachkommen? Was gebe ich weiter? Lerne ich aus der Geschichte oder wiederhole ich sie?

Ich sehe darin auch Urvertrauen, verwurzeln und Verbundenheit, Zusammenhalt. Unsere Urheimat, der Planet auf dem wir uns befinden, nicht nur der begrenzte private Raum, auf dem wir eine Zeitlang verweilen, uns eine Basis schaffen. Mal hier mal da. Es existiert ohnehin nix getrennt voneinander.

Unsere Erbe, was wurde uns hinterlassen? Von unserer Blutlinie, aber auch vom globalen Kollektiv, über die Zeiten, die Epochen hinweg? Die Last wiegt zuweilen schwer, erdrückend. Macht und Abhängigkeiten, Opfer Täter, Täter Opfer. Zerstörung, Ausbeutung von Ressourcen. Immer wieder das gleiche Spiel von vorne mit neuen Darstellern. Gevatter wird so schnell nicht arbeitslos.

Lassen wir zu das all dieser Krieg unser eigener Krieg ist, der uns selbst zermürbt? Oder lassen wir uns die Hand reichen, von der Chance, aus dem fucking game auszusteigen, Perspektiven zu wechseln, Frieden zu schließen. Zuerst im Kleinen, in uns Selbst, mit unserer Familie, dem Partner, den Kindern, mit dem Erbe unserer Blutlinien. Eine Fuck off Liste is schnell gemacht, darin haben wir alle Übung, traumatisiert sind wir ja alle in irgend einer Form. Aber wann haben wir je eine Liste der Potenziale unserer in unserer Sippschaft gemacht, Eigenschaften, Werte, Wissen, Fähigkeiten? Keiner von uns ist dazu verpflichtet, das gleiche Spiel weiter zu spielen. Wir alle, ausnahmslos, haben die Chance über uns Selbst zu wachsen, unsere Seelen geiern danach zu wachsen. Unserer eigenen Verantwortung bewusst werden, damit treffen wir eigene Entscheidungen, sehen hin und bewegen unsre Hintern nach vorn. Leben ist Bewegung, Stillstand ist Tod. Je mehr wir werden, umso schneller wird auch dieser Krieg beendet sein.

(c) Yvonne Wildnatur