Die einen werden schmunzeln, manchen treibt es die Schamesröte ins Gesicht. Wir sprechen vom Spatengang. Pipi und Kaka. Wir möchte-gern zivilisierten Wesen sind ja schon so ein bisschen komisch geworden. Selbst das haben wir verlernt, mit unseren täglichen Geschäften ordentlich umzugehen, vor allem draußen in der Natur. Die entsprechenden Tatsachen werden normalerweise direkt ungesehen und mit Wolken aus viel Deodorant die Toilette runtergespült, das bisschen Körperwasser furztrocken wechgerubbelt wie haste nicht gesehen. Und wenns dann mal in der Wildnis dazu kommt… oh ohhh…. dann benehmen wir uns wie die totalen Drecksäue, wir wissen nicht mehr, was man damit macht. Zeit, auch hier mal die Hosen runterzulassen und den nackten Tatsachen ins Gesicht zu sehen. Unser Benehmen mal überdenken.

Kommen wir direkt zum Punkt. Wie geht das in der Wildnis? Wie war das nochmal?

Das Wort Spatengang hat durchaus seine Berechtigung. Man buddelt ein Loch, legt sein Ei hinein und buddelt es wieder zu. Kleinstlebewesen im Boden tun dann ihre Arbeit damit, verarbeiten es zu Dünger. Übrigens ist das Eilegen in der Hocke mensch-anatomisch korrekt. Nur so kann sich der Enddarm von allen Resten reinigen. Eine weitere Tatsache so ganz nebenbei ist, das eine artgerechte Ernährung das Papierproblem schon fast direkt mitbeseitigen würde… würde hätte täte. So gestaltet sich das Meisterwerk (theoretisch) wohl geformt und sanft gleitend ohne Rückstände an der Haut. So ist das ursprünglich vorgesehen gewesen.

Ein großes Wort zum Papier, damit der Allerwerteste auch wieder schön frisch ist danach. Da findet sich ja einiges unglaubliches in den Wäldern. Am meisten sind es Taschentücher, ein großes unschönes Problem. Taschentücher brauchen nämlich 5 Jahre zum verrotten. Noch heftiger – Feuchttücher!! Nein Feuchttücher gehören nicht in den Wald geschmissen, das ist eine riesen Sauerei! Erst gesehen im Naturschutzgebiet. Wer zum Geier glaubt allen Ernstes, das diese Tücher mal eben wieder verrotten? Ist es pure Dummheit oder rücksichtslose Ignoranz, oder beides? Leider hab ich das noch nicht rausgefunden. Man kann sie zumindest in ein Hundetütchen packen und ordentlich entsorgen. Zuhause nach dem Throngang ist ja der Mann von der Kläranlage damit beschäftigt, die Tücher von den Klärwerken zu kratzen, das sehen wir dann nicht mehr. Und genauso werden sie draußen für den nächsten Wanderer als hübsches Fotomotiv hinterlassen, dem Wanderer in X-jahren danach auch noch. Am Outdoor-freundlichsten ist ein Campingklopapier mit wenig Lagen oder Recyclingklopapier, es kann direkt mit verbuddelt werden und verrottet recht schnell, einige nehmen auch ganz klassisch Blätter dafür.

Damit kommen wir gleich zu unserem körpereigenen Flüssigdünger. Wenn man nicht gerade sehr krank ist, ist Urin eine sterile Flüssigkeit und in der Natur recht problemlos zu handhaben. Aber nein – auch dafür landen Unmengen an Taschentüchern in den beliebtesten Pipiecken am Wegesrand oder im Wald – direkt als solche zu erkennen, Hauptsache man kommt mit diesem Ekelzeug ausm eigenen Körper möglichst nicht in Berührung (ach ja mitfressen geht, aufm Gemüse wenns von der Kuh kommt). Sie leuchten einen schon von weitem entgegen. DAS ist eklig, nicht die Tatsache an sich. Auch hier Ladys – gibt es genügend andere Variablen. Abschütteln und gut ist oder Taschentuch wieder mitnehmen (es beißt danach nicht) und im Müll entsorgen. In manchen Kulturen nimmt man dafür Baumwolltücher, die außen am Rucksack hängen und nach der Tour einfach gewaschen werden.

So wird die natürlichste Sache der Welt nicht zum anrüchigen Problem, nicht zum Drama für das man sich schämen müsste. Natur und andere Artgenossen freuts.

Schamlose Grüße
Yvonne Wildnatur

Feuchttücher im WaldKlappspaten